Frankfurt am Main 2025
Eine Bebauung auf dem Paulsplatz im direkten Vorfeld der Paulskirche halten wir aus städtebaulicher und historischer Sicht für nicht vertretbar. Der Platzraum mit Paulskirche, Alter Kämmerei, Einheitsdenkmal und dem Platanenhain bildet ein starkes Ensemble von hoher atmosphärischer und symbolischer Dichte, dessen Qualität es zu bewahren gilt.
Daher verorten wir das Haus der Demokratie unterirdisch in der Alten Kämmerei und im Boden des Paulsplatzes. Das Projekt verankert sich damit buchstäblich in den Fundamenten dieses historischen Ortes und steht sinnbildlich für die Idee, dass Demokratie das tragende Fundament unserer Gesellschaft ist.
Der Zugang entsteht an der südöstlichen Ecke des Platzes, wo sich eine natürliche Öffnung im Baumdach des Platanenhains befindet. Ein kreisrunder Einschnitt bildet hier einen großzügigen Eingang, der über eine spiralförmige Rampe und terrassierte Ebenen in ein begehbares Atrium führt. In der Achse der Eingänge von Paulskirche und Kämmerei gelegen, wird dieses Atrium zum zentralen öffentlichen Foyer und zur räumlichen Schnittstelle zwischen Platz und Gebäude.
Weitere punktuelle Absenkungen vor der Paulskirche bringen Licht und Luft in die unterirdischen Räume und machen deren Präsenz im Stadtraum sichtbar, während die Oberfläche des Platzes weitgehend erhalten bleibt.
Über dem Atrium spannt sich als Zeichen der Offenheit eine spiralförmig aufsteigende Netzinstallation. Dieses „Netz der Demokratie“ lädt Menschen ein, sich zu bewegen, zu begegnen und Teil eines kollektiven Raums zu werden – ein spielerischer Erfahrungsraum für Teilhabe und Gemeinschaft, insbesondere für jüngere Besucher.
So wird das Haus der Demokratie mehr als ein Ort der Information: ein Raum der Begegnung, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet und zur Auseinandersetzung mit der Idee von Demokratie einlädt.
Konzept, Design: Boris Banozic, Adrian Armasescu Fusa
3D-Modeling, Visualisierung: Adrian Armasescu Fusa